Mehmet Şimşek

Mehmet Şimşek (2014)

Mehmet Şimşek (* 1. Januar 1967 in Gercüş, Batman, Türkei) ist ein britisch-türkischer[1] Ökonom und Politiker (AKP). Er war im Kabinett Yıldırım stellvertretender Ministerpräsident der Türkei.[2]

Leben

Şimşek entstammt einer kurdischen Familie aus der Nähe von Batman. Türkisch lernte er eigenen Angaben zufolge erst in der Grundschule.[3]

Şimşek erlangte seinen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1988 an der Universität Ankara. Nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für internationale Wirtschaft und Wirtschaftsentwicklung erhielt er ein staatliches Stipendium für ein Studium an der University of Exeter im Vereinigten Königreich, wo er im Jahr 1993 seinen Master-Abschluss im Studiengang Finance and Investments erlangte.

Şimşek arbeitete sieben Jahre lang als Chefökonom und Stratege für die Region Osteuropa, Naher Osten und Afrika bei Merrill Lynch in London. In dieser Zeit hatte er zahlreiche Kontakte zu den türkischen Behörden und der Zentralbank und war in Zusammenarbeit mit der AKP-Regierung an der Gestaltung der Wirtschaftspolitik beteiligt. Zudem war er von 1998 bis 2000 als leitender Ökonom und Bankanalyst bei Deutsche-Bender Securities, später Tochterunternehmen der Deutschen Bank[4], tätig. Im Jahr 1997 verbrachte Şimşek etwa ein Jahr in New York City, wo er für UBS Securities arbeitete. Vor dieser Zeit war er fast vier Jahre lang als leitender Ökonom an der US-Botschaft in Ankara tätig.

2007 wurde er als Kandidat der AKP im Wahlkreis Gaziantep gewählt und nach der Wahl zum Staatsminister berufen. Er ist zuständig für den Fiskus und die Türkische Zentralbank.

Şimşek war unter den Ministerpräsidenten Erdoğan und Davutoğlu Finanzminister der Türkei.

Şimşek war bis Anfang Juli 2018 stellvertretender Premierminister und galt bei internationalen Investoren als Garant für eine gute wirtschaftliche Entwicklung und wurde zu den Anhängern einer orthodoxen Wirtschaftslehre gerechnet. Şimşek wurde als Autorität in Finanz- und Wirtschaftsfragen von Erdogan durch dessen Schwiegersohn Berat Albayrak ersetzt.[5]

Seit dem 3. Juni 2023 ist er wieder im Amt des Finanzministers.

Privatleben

Am 8. Januar 2010 heiratete Mehmet Şimşek zum zweiten Mal. Seine erste Ehefrau war eine US-Amerikanerin. Seine zweite Ehefrau Esra Kara ist eine türkische Architektin.

Şimşek besitzt sowohl die türkische als auch die britische Staatsangehörigkeit.[6]

Einzelnachweise

  1. TBCCI Annual Ball 2009. Turkish British Chamber of Commerce and Industry, 15. August 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. August 2010; abgerufen am 31. Mai 2023 (englisch, archiviert).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/tbcci.org 
  2. Tasarım: Emre Baydur: TÜRKİYE BÜYÜK MİLLET MECLİSİ. Abgerufen am 26. März 2018. 
  3. Maximilian Popp: Türkei: Vizepremier Mehmet Simsek - "Deutschland verhält sich irrational". In: Der Spiegel. 30. Juli 2017, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 31. Mai 2023]). 
  4. Deutsche Bank to take complete ownership of Bender Securities. In: NS Banking. 14. April 2005, abgerufen am 31. Mai 2023 (amerikanisches Englisch). 
  5. Philipp Mattheis: "Schwiegersohn statt Kompetenz" Wirtschaftswoche vom 10. Juli 2018
  6. https://www.haber7.com/siyaset/haber/273171-bakan-simsek-ingiliz-vatandasi-cikti

Weblinks

Commons: Mehmet Şimşek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Kabinett Erdoğan II, 29. August 2007 bis 14. Juli 2011

Ministerpräsident: Recep Tayyip Erdoğan

Stellvertretende Ministerpräsidenten und Staatsminister: Cemil Çiçek · Bülent Arınç · Ali Babacan

Staatsminister: Mehmet Aydın · Mehmet Zafer Çağlayan · Faruk Nafız Özak · Hayati Yazıcı · Faruk Çelik · Cevdet Yılmaz · Selma Aliye Kavaf · Egemen Bağış

Justiz: Sadullah Ergin · Nationale Verteidigung: Mehmet Vecdi Gönül · Innere Angelegenheiten: Beşir Atalay · Auswärtige Angelegenheiten: Ahmet Davutoğlu · Finanz: Mehmet Şimşek · Nationale Bildung: Nimet Çubukçu · Bauwesen und Besiedlung: Mustafa Demir · Gesundheit: Recep Akdağ · Verkehr: Binali Yıldırım · Landwirtschaft und Dorfangelegenheiten: Mehmet Mehdi Eker · Arbeit und Soziale Sicherheit: Ömer Dinçer · Industrie und Handel: Nihat Ergün · Energie und Naturschätze: Taner Yıldız · Kultur und Tourismus: Ertuğrul Günay · Umwelt und Wald: Veysel Eroğlu

Kabinett Erdoğan III, 6. Juli 2011 bis 28. August 2014 (Umbildung am 25. Dezember 2013)

Ministerpräsident: Recep Tayyip Erdoğan

Stellvertretende Ministerpräsidenten: Bülent Arınç | Beşir Atalay | Ali Babacan | Emrullah İşler

Justiz: Bekir Bozdağ | Nationale Verteidigung: İsmet Yılmaz | Inneres: Efkan Ala | Äußeres: Ahmet Davutoğlu | Finanzen: Mehmet Şimşek | Nationale Bildung: Nabi Avcı | Umwelt und Stadtplanung: İdris Güllüce | Gesundheit: Mehmet Müezzinoğlu | Verkehr: Lütfi Elvan | Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung: Mehmet Mehdi Eker | Arbeit und Soziale Sicherheit: Faruk Çelik | Wissenschaft, Industrie und Technologie: Fikri Işık | Familie und Sozialpolitik: Ayşenur İslam | Europäische Union: Mevlüt Çavuşoğlu | Wirtschaft: Nihat Zeybekçi | Jugend und Sport: Akif Çağatay Kılıç | Zoll und Handel: Hayati Yazıcı | Entwicklung: Cevdet Yılmaz | Energie und Naturschätze: Taner Yıldız | Kultur und Tourismus: Ömer Çelik | Forsten und Wasserwirtschaft: Veysel Eroğlu

Kabinett Davutoğlu I, von 29. August 2014 bis 28. August 2015

Ministerpräsident: Ahmet Davutoğlu

Stellvertretende Ministerpräsidenten: Bülent Arınç | Beşir Atalay | Yalçın Akdoğan | Numan Kurtulmuş

Justiz: Bekir Bozdağ | Nationale Verteidigung: İsmet Yılmaz | Inneres: Efkan Ala | Äußeres: Mevlüt Çavuşoğlu | Finanzen: Mehmet Şimşek | Nationale Bildung: Nabi Avcı | Umwelt und Stadtplanung: İdris Güllüce | Gesundheit: Mehmet Müezzinoğlu | Verkehr: Lütfi Elvan | Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung: Mehmet Mehdi Eker | Arbeit und Soziale Sicherheit: Faruk Çelik | Wissenschaft, Industrie und Technologie: Fikri Işık | Familie und Sozialpolitik: Ayşenur İslam | Europäische Union: Volkan Bozkır | Wirtschaft: Nihat Zeybekçi | Jugend und Sport: Akif Çağatay Kılıç | Zoll und Handel: Nurettin Canikli | Entwicklung: Cevdet Yılmaz | Energie und Naturschätze: Taner Yıldız | Kultur und Tourismus: Ömer Çelik | Forsten und Wasserwirtschaft: Veysel Eroğlu

Kabinett Davutoğlu II, 28. August 2015 bis 24. November 2015

Ministerpräsident: Ahmet Davutoğlu

Stellvertretende Ministerpräsidenten: Yıldırım Tuğrul Türkeş | Cevdet Yılmaz | Yalçın Akdoğan | Numan Kurtulmuş

Justiz: Kenan İpek | Nationale Verteidigung: Mehmet Vecdi Gönül | Inneres: Selami Altınok | Äußeres: Feridun Sinirlioğlu | Finanzen: Mehmet Şimşek | Nationale Bildung: Nabi Avcı | Umwelt und Stadtplanung: İdris Güllüce | Gesundheit: Mehmet Müezzinoğlu | Verkehr: Feridun Bilgin | Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung: Kutbettin Arzu | Arbeit und Soziale Sicherheit: Ahmet Erdem | Wissenschaft, Industrie und Technologie: Fikri Işık | Familie und Sozialpolitik: Ayşen Gürcan | Europäische Union: Ali Haydar Konca, Beril Dedeoğlu | Wirtschaft: Nihat Zeybekçi | Jugend und Sport: Akif Çağatay Kılıç | Zoll und Handel: Cenap Aşçı | Entwicklung: Müslüm Doğan | Energie und Naturschätze: Ali Rıza Alaboyun | Kultur und Tourismus: Yalçın Topçu | Forsten und Wasserwirtschaft: Veysel Eroğlu

Kabinett Davutoğlu III, 24. November 2015 bis 24. Mai 2016

Ministerpräsident: Ahmet Davutoğlu

Stellvertretende Ministerpräsidenten: Yıldırım Tuğrul Türkeş | Mehmet Şimşek | Yalçın Akdoğan | Numan Kurtulmuş | Lütfi Elvan

Justiz: Bekir Bozdağ | Nationale Verteidigung: İsmet Yılmaz | Inneres: Efkan Ala | Äußeres: Mevlüt Çavuşoğlu | Finanzen: Naci Ağbal | Nationale Bildung: Nabi Avcı | Umwelt und Stadtplanung: Fatma Güldemet Sarı | Gesundheit: Mehmet Müezzinoğlu | Verkehr: Binali Yıldırım | Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung: Faruk Çelik | Arbeit und Soziale Sicherheit: Süleyman Soylu | Wissenschaft, Industrie und Technologie: Fikri Işık | Familie und Sozialpolitik: Sema Ramazanoğlu | Europäische Union: Volkan Bozkır | Wirtschaft: Mustafa Elitaş | Jugend und Sport: Akif Çağatay Kılıç | Zoll und Handel: Bülent Tüfenkci | Entwicklung: Cevdet Yılmaz | Energie und Naturschätze: Berat Albayrak | Kultur und Tourismus: Mahir Ünal | Forsten und Wasserwirtschaft: Veysel Eroğlu

Kabinett Yıldırım, 24. Mai 2016 bis 9. Juli 2018

Ministerpräsident: Binali Yıldırım

Stellvertretende Ministerpräsidenten: Mehmet Şimşek | Numan Kurtulmuş | Bekir Bozdağ | Veysi Kaynak | Yıldırım Tuğrul Türkeş

Justiz: Abdulhamit Gül | Nationale Verteidigung: Nurettin Canikli | Inneres: Efkan Ala | Äußeres: Mevlüt Çavuşoğlu | Finanzen: Naci Ağbal | Nationale Bildung: İsmet Yılmaz | Umwelt und Stadtplanung: Mehmet Özhaseki | Gesundheit: Recep Akdağ | Verkehr: Ahmet Arslan | Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung: Faruk Çelik | Arbeit und Soziale Sicherheit: Süleyman Soylu | Wissenschaft, Industrie und Technologie: Faruk Özlü | Familie und Sozialpolitik: Fatma Betül Sayan Kaya | Europäische Union: Ömer Çelik | Wirtschaft: Nihat Zeybekçi | Jugend und Sport: Akif Çağatay Kılıç | Zoll und Handel: Bülent Tüfenkci | Entwicklung: Lütfi Elvan | Energie und Naturschätze: Berat Albayrak | Kultur und Tourismus: Nabi Avcı | Forsten und Wasserwirtschaft: Veysel Eroğlu

Personendaten
NAME Şimşek, Mehmet
KURZBESCHREIBUNG türkischer Finanzminister und Mitglied der AKP
GEBURTSDATUM 1. Januar 1967
GEBURTSORT Gercüş, Batman, Türkei